Der Holzspezialist

Mit Holz gestalten

Die Robinie – Einwanderer mit interessanten Eigenschaften

Ein amerikanischer Pionier

Der in Deutschland seit einer längeren Zeit heimische Baum Robinie (Robinia pseudoacacia), auch bekannt unter den Namen Scheinakazie oder Silberregen, stammt ursprünglich aus Amerika. Dort ist er im atlantischen Nordamerika beheimatet und wächst in einem eher feuchten Klima, auf nur mäßig nährstoffreichem Boden. In dieser Region hat sich der Baum einen Namen als Pionierpflanze gemacht, da er die Waldregeneration nach zum Beispiel Waldbränden oder Totalrodungen einleitet. Da die Samen der Robinie sehr schwer sind und deshalb vom Wind nicht wirklich weit getragen werden können, bedarf es anderer Verbreitungsmechanismen, die die Pioniereigenschaften der Robinie ausmachen. Zum einen breitet sich die Robinie über Wurzelausläufer aus und zum anderen besitzen die Samen eine sehr hohe Keimfähigkeit, welche auch über lange Zeit erhalten bleibt. Wenn dann genügend Sonnenlicht vorhanden ist, wie zum Beispiel nach einem Waldbrand, wenn die schattenspendenden Bäume verloren gegangen sind, beginnt der Robiniensamen zu keimen.

Die Robinie kommt nach Europa

Die erste Station auf ihrem Siegeszug in Europa machte die Robinie in Paris. Jean Robin hatte um das Jahr 1630 diesen Baum in Paris eingepflanzt und zwei der erhaltenen Exemplare gelten als älteste Bäume von Paris. (Die Namensgebung durch Carl von Linné hat sich an dem Namen des französischen Hofgärtners Robin orientiert, wie auch an der hohen Ähnlichkeit mit der Akazie, obwohl botanisch gesehen keine Verwandtschaft besteht.)

Weiter ging die Reise der Robinie dann über England (circa 1640) und schließlich auch nach Deutschland, wo sie im Jahr 1670 auch auf Grund der wunderschönen Blüten als exotisches Ziergehölz im Berliner Lustgarten eingepflanzt wurde.

Da man die hervorragenden Eigenschaften der Robinie als Pionierpflanze und Holzlieferant erkannte, begann man Sie im Laufe des 18. Jahrhunderts auch in der geregelten Forstwirtschaft als nützliche Art auf armen Standorten zu sehen und pflanzte gezielt Robinien zur Wiederaufforstung um der entstandenen Holznot entgegenzuwirken.

Da die Robinie so geringe Ansprüche an den Boden stellt, konnte sie sich nach dem zweiten Weltkrieg auch auf Trümmerhalden ausbreiten und nimmt deshalb in Städten wie Berlin, Stuttgart oder Leipzig zum Teil große Flächen ein.

Die Robinie als Teil unserer Kulturlandschaft

Als ein schnellwachsender und auch zum Beispiel gegen Streusalz sehr widerstandsfähiger Baum hat die Robinie sich als sehr nützlich für die Begrünung schwieriger Standorte erwiesen. Sie ist auch Bestandteil vieler Gärten und Parks und dient außerdem den Bienen als hervorragender Nektarspender. Doch durch die zum Teil invasive Wachstumsart der Robinie und ihrer Fähigkeit der symbiotischen Stickstoffspeicherung, und damit einer Art eigenen Düngerproduktion, kann Sie in für einheimische Bäume nicht geeignete Standorte vordringen und damit die natürliche Artenvielfalt dieser Regionen bedrohen. Als Naturschutzmaßnahme wird deshalb gegen das Wachstum der Robinie in gefährdeten Gebieten gezielt vorgegangen.

Die Robinie als Holzproduzent

Die Robinie ist ein sehr schnell wachsendes Holz und erreicht eine nutzungsfähige Größe schneller als viele der herkömmlichen einheimischen Hölzer. Das Holz der Robinie weist viele positive technische Eigenschaften auf, die sie für die wirtschaftliche Nutzung in vielen Bereichen geeignet machen. Mehr zu Eigenschaften und Nutzung der Robinie zum Beispiel für den Bau von Holzterrassen und Fassadenverkleidungen, Spielgeräten lesen Sie demnächst in unserem Blog

(Der Inhalt dieses Artikels beruht zum Teil auf dem Artikel „gewöhnliche Robinie“ der freien Enzeklopedie Wikipedia)

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